Fasnetseröffnung am 11.11.
 
Narrenlicht
 
Der Greif zündet das Narrenlicht an und trägt den Laternenspruch vor:

Das Narrenlicht ist angezündet
Euch allen wird hiermit verkündet

Die Fasnetzeit ist nicht mehr weit
Haltet Häs und Maske schon bereit

Der Hölle-Leue Narrenlicht
Soll erinnern an die närrische Pflicht

Am Anfang ist die Flamme klein
Am Ende wird's ein Feuer sein

Von Januar dem sechsten an
Das Zepter ist in Narren Hand

Wenn Ignaz blickt vom Narrenbaum
Erfüllt sich unser schönster Traum

Tragt mit Stolz das Narrenkleid
Habt Freude am närrischen Treiben

Bis am Fasnetdienstag - so will es der Brauch
Die Fasnet verbrennt zu Asche und Rauch

Possen reißen - Leute necken
Für den Narren ein Genuss

Aber bitte - nicht vergessen
Spaß nur zur Freud' - nicht zum Verdruss

Der Hölle-Leue Narrenlicht
Soll weisen den Weg durch die närrische Zeit

Ich hoffe - ihr Narren seid zu allem bereit

Narrenspiel
Anwärtern auf die aktive Mitgliedschaft, wird nach erfolgreicher Absolivierung ihrer Probezeit, am 11.11. die Marotte überreicht. Aus diesem Anlass wird das folgende "Narrenspiel" aufgeführt.
 
Die Geschichte von Ritter Kuno und dem Hölle-Leue
 

Personen:

Erzähler (Greif)
Ritter Kuno
Anwärter (ein schwarzer Umhang verdeckt das Häs)
Erzähler:
Hier ist die Geschichte vom Ritter Kuno, dem Hölle-Leue und ein Vogel spielt am Ende auch noch eine wichtige Rolle. Ritter Kuno von Stein lebte einst auf seiner Burg in der Nähe des Hirschsprungs im Höllental. Eines Tages zog er zusammen mit anderen Rittern aus dem Breisgau als Kreuzfahrer in das Heilige Land. Hören wir, wie es Kuno ergangen ist

Ritter Kuno:
Ich - Ritter Kuno - bin gefahren
In ferne Lande - vor sieben Jahren
Als Kreuzritter wollt' ich Ruhm und Ehr'
Als Sklave mußt' ich arbeiten schwer
Mußte ziehen den Pflug tagaus - tagein
Und erntete nur Hohn und Pein
Die Schmach war groß - die Zeit sehr lang
Bis endlich mir die Flucht gelang

Erzähler:
Es war eine schlimme Zeit für Kuno. Ritter vom Pflug wurde er genannt. Tags mußte er schwere Arbeit verrichten, des Nachts lag er schlaflos im Kerker und dachte an seine ferne Heimat. Jetzt ist Kuno frei - aber er hat ein neues Problem:
Des Weges unkundig irrt er durch die Wüste. Wie soll er jemals in seine Heimat zurückfinden?

Ritter Kuno:
Nun steh` ich hier an diesem Ort
Weiß nicht - wie komm' ich von hier fort

Anwärter:
Ritter vom Pflug, ich kenne Euren Kummer und ich will Euch helfen.
Ihr habt Glück,
es gibt einen Weg zurück

Erzähler:
Wer ist dieser geheimnisvolle Fremde?
Woher weiß er von Kunos Schicksal und wie will er Kuno helfen?
Gibt es für Kuno wirklich einen Weg zurück in seine Heimat?

Ritter Kuno:
Wer seid Ihr?
Und was wollt Ihr?

Anwärter:
Wer immer ich bin - Ihr werdet es seh'n
Was immer ich sage - es wird gescheh`n
Noch in dieser Nacht will ich Euch über Land und Meer in Eure Heimat bringen.
Könnt Ihr Euch unterwegs des Schlafes erwehren. so will ich keinen Lohn und Ihr sollt frei sein.
Schlaft Ihr aber ein, so seid Ihr mein eigen mit Leib und Seele

Erzähler:
Das geht nicht mit rechten Dingen zu - wenn hier nicht der Teufel seine Hand im Spiel hat.
Und so ist es:
In der Gestalt des Fremden steht der Teufel vor Kuno.
Was wird Kuno machen?

Ritter Kuno:
Fürwahr - ein teuflisch' Angebot
Doch - was soll ich tun in meiner Not
Ich willige ein - So soll es sein

Erzähler:
Kuno läßt sich also auf diesen teuflichen Pakt ein und unterzeichnet den Vertrag mit seinem Blut.
Hoffen wir, daß die Geschichte gut endet

[Während des nachfolgenden Textes zündet Anwärter die Kerze an und Kuno gießt den Trank in die Gläser]

Erzähler:
Der Pakt ist beschlossen und wird noch beim Feuer der Hölle mit einem kräftigen Schluck besiegelt

Anwärter:
Laßt uns besiegeln diesen Pakt

Ritter Kuno:
Nehmt einen Schluck von diesem Trank

Erzähler:
Wie geht die Geschichte weiter:
Der Fremde oder besser - der Teufel - verschwindet und vor Kuno steht ein mächtiger Löwe mit Flügeln - ein Hölle-Leue. Auf dem Rücken des höllischen Löwen geht die Reise durch die Luft Richtung Heimat

[Anwärter nimmt den Umhang ab und steht als Hölle-Leue vor Kuno]

Ritter Kuno:
Hölle-Leue in der Nacht
Fliegt über Land und Meer
Ein Falke hält den Ritter wach
Den Lohn den gibt es jetzt nicht mehr.

Erzähler:
Was ist unterwegs passiert:
Dem müden Kuno gelingt es nur schwer, die Augen offen zu halten. Dreimal droht er einzuschlafen - ein leichter Schlag ins Gesicht weckt ihn aber stets noch zur rechten Zeit. Ein Falke begleitet Kuno auf dem teuflischen Flug und rettet Kuno's Seele. Der Hölle-Leue bringt Kuno wie versprochen in seine Heimat und verschwindet. Der Falke sitzt auf der Zinne des Turmes und fortan nennt Kuno seine Burg "Falkenstein".

Damit hat die Geschichte für Kuno ein gutes Ende genommen - der Teufel aber mußte auf seinen Lohn verzichten

 

 
 
 
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