Die Burg Falkenstein
 
 
Das Grabmal des Ritters Kuno von Falkenstein befindet sich in der Pfarrkirche von Kirchzarten. Der Ritter ist in voller Rüstung dargestellt; zu seinen Füßen liegt ein Löwe und im Schild ist das Wappenbild eines fliegenden Falken zu sehen.

Das Geschlecht der Ritter von Falkenstein geht urkundlich bis ins Jahr 1161 zurück. Es gehörte zum Hausadel der Zähringer. Die Hauptburg Alt-Falkenstein lag in der Nähe des Hirschsprungs. Etwas entfernt stand eine kleine Vorburg, die Bubenstein oder Neu-Falkenstein genannt wurde.

Ein Ritter Kuno von Stein wird als der Erbauer der Burg genannt. Über die Entstehung des Namens Falkenstein und über das Bild des Falken im Wappen gibt es folgende Sage:

Kuno von Stein zieht zusammen mit zahlreichen anderen Rittern aus dem Breisgau als Kreuzfahrer in das Heilige Land. In fernen Landen gerät er in Gefangenschaft und muß harte Sklavenarbeit verrichten. Tag für Tag wird er gleich einem Zugtier vor den Pflug gespannt und muß das Feld umackern. Nach sieben Jahren gelingt ihm die Flucht. Des Weges unkundig, irrt er durch die Wüste und fällt erschöpft in einen langen, tiefen Schlaf.

Bei seinem Erwachen steht der „Versucher“ [Teufel] vor ihm und spricht: „Herr Ritter vom Pflug, ich kenne Euren Kummer und will Euch helfen. Noch in dieser Nacht will ich Euch über Meer und Land in Eure Heimat bringen. Könnt Ihr Euch unterwegs des Schlafes erwehren, so will ich keinen Lohn von Euch und Ihr sollt frei und ledig sein; schlaft Ihr aber ein, so seid Ihr mein eigen mit Leib und Seele.“ In seiner Not willigt Kuno ein und unterzeichnet den Vertrag mit seinem Blut.

Der „Böse“ [Teufel] verschwindet und vor Kuno steht ein stattlicher Löwe. Kuno besteigt den Rücken des Löwen. Dieser entfaltet seine mächtigen Flügel und im Schein von Mond und Sternen geht der Flug über die Länder. Dem müden Ritter gelingt es nur schwer wachzubleiben. Dreimal droht er einzuschlafen - ein leichter Schlag ins Gesicht weckt ihn aber stets noch zur rechten Zeit. Über ihm fliegt ein weißer Falke als treuer Begleiter, der ist sein Retter.
 
Vgl. Die Burg Falkenstein, in: Friedrich Seyfarth, Unser Freiburg und seine Umgebung, Verlag Karl Schillinger Freiburg, Nachdruck 1979, S. 225-228

 

 

 
 
 
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